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Mitarbeit Forschungsprojekt “Wohnraumproblematik Pontresina”
Forschungsprojekt (Dorfanalyse)

Der begrenzte Raum und die topografischen Gegebenheiten der Alpen machen sie zu einem besonders knappen Siedlungsgebiet. In Pontresina sind nur knapp 11 Prozent der Gesamtfläche für dauerhafte Besiedlung geeignet. Angesichts der durch Freizeit- und Tourismusaktivitäten vorangetriebenen Entwicklungen sind umweltverträgliche und gesellschaftlich ausgleichende Lösungen dringend erforderlich, besonders im Kontext des nachhaltigen Entwicklungsparadigmas.

Die Alpenregion ist durch ihre Topografie ein Brennpunkt für Landnutzungskonflikte, die hier besonders stark ausgeprägt sind und eine spezifische Raumplanung erfordern. Freiflächen werden zunehmend knapp, was erhebliche Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme hat. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise rasant, wodurch es für Einheimische in einigen Gebieten kaum noch möglich ist, Eigentum zu erwerben oder Mietkosten zu tragen. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist die Nutzung von Bauland für Zweitwohnsitze sowie die Konversion von bestehendem Erstwohnraum, was das Angebot an bezahlbarem Wohnraum für die lokale Bevölkerung weiter verringert.

Die Problematik der Zweitwohnungen ist seit über 50 Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen im Bereich der alpinen Raumplanung. Trotz regionalwirtschaftlicher Argumente wurden und werden die negativen Auswirkungen des Zweitwohnungsbaus deutlich. Nach der Jahrtausendwende hat sich das Thema jedoch weiterentwickelt, beeinflusst durch Faktoren wie steigenden Wohlstand, erhöhte Mobilität, fortschreitende Urbanisierung, Flexibilisierung der Arbeitswelt und demografischen Wandel. Ferienwohnungen, die nach dem "Buy to Let"- oder "Time-Sharing"-Modell genutzt werden, fördern Investitionen von Kapitalanlegern. Die Generation der Baby Boomer zieht in Altersruhesitze, während "Amenity Migration" und multilokales Wohnen beliebt sind und durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie den Trend zum Homeoffice seit 2020 verstärkt werden.

Die Alpenregion, geprägt von ihrer einzigartigen Topografie und begrenzten Siedlungsfläche, steht vor zunehmenden Herausforderungen im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Insbesondere die Friktionen, die aus dem wachsenden Freizeit- und Tourismussektor resultieren, erfordern eine gezielte Politikberatung für umweltverträgliche Lösungen. In diesem Zusammenhang spielt die Zweitwohnungsproblematik eine zentrale Rolle. Die vorliegende Studie analysiert die aktuellen Entwicklungen im Alpenraum, die den Zweitwohnungsbau beeinflussen, und beleuchtet dabei die Rolle von Investitionen in Ferienimmobilien, demografischen Trends im Fokus von Pontresina als Referenzgemeinde.

Projektleitung: Prof. Christine Seidler

Analoge Analyse von Pontresina durch: Samuel N. Wiermer + Chiara Auer + Caterina Dib + Lucca A. Lauterbach + Marco Oertle + Philipp Brune + Roman Fest + Felix Flaig + Thomas Köhl
Analysedokument erstellt durch: Lucca A. Lauterbach