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Dorfanalyse von Ilanz
Analyse
Während des Semesters beschäftigen wir uns mit den Zentrumsorten Ilanz und Chur. Diese befinden sich aufgrund gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen in einem kontinuierlichen Wandel. Der nachhaltige Umgang mit der bestehenden Bausubstanz stellt dabei eine zentrale Herausforderung dar. Anstatt die Orte neu zu denken, betrachten wir den Bestand als Ressource. Wie im Improvisationstheater arbeiten wir mit den Gegebenheiten vor Ort. Dabei entstehen spezifische Lösungen, die eine historische Kontinuität ermöglichen. Die Transformation des Bestands eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten und birgt zugleich architektonische Potenziale sowie Herausforderungen, mit denen sich das Semesterprojekt auseinandersetzt. Aufgrund ihres identitätsstiftenden Charakters eignen sich Bestandesbauten als soziale Anker innerhalb des Stadtgefüges und bieten sich an, öffentliche oder halböffentliche Nutzungen aufzunehmen.
Grundlage der Entwurfsarbeit bilden sechs ausgewählte Gebäude in Ilanz und Chur, deren zukünftige Entwicklung offen ist. Sanierungsbedürftige Bausubstanz, starke Veränderungen der Nutzung und Umgebung, sowie gesetzliche Vorgaben zur inneren Verdichtung, führen dazu, dass die Relevanz der Bauwerke in Frage gestellt werden kann und sie dadurch vom Abbruch gefährdet sind. Es entsteht sowohl ein grosser Veränderungsdruck wie auch ein hohes Entwicklungspotential. Zu den Fallstudien zählen unter anderem ein ehemaliges Stadtspital, das in einen neuen Quartierplan eingebunden ist, eine ehemalige Fuhrhalterei, ein Lagerhaus sowie ein ehemaliges Wohnhaus, welches aufgrund seiner verkehrsbelasteten Lage nach einer spezifischen Lösung verlangt. Anhand dieser Gebäude wird untersucht, wie bestehende Bauwerke durch gezielte architektonische Interventionen transformiert und in eine zukunftsfähige Nutzung überführt werden können.
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf dem Thema der Transformation. Ausgehend von den ausgewählten Gebäuden werden räumliche Entwürfe erarbeitet, welche die spezifischen Potenziale, Charakteristiken und strukturellen Qualitäten der einzelnen Bauwerke analysieren und weiterentwickeln. Der Entwurfsprozess erfolgt gleichzeitig auf mehreren Massstäben und wird mittels Zeichnungen, Modellen, Bildern und Texten begleitet. Die Auseinandersetzung mit dem Spezifischen bildet die Grundlage für individuelle Transformationsstrategien. Dabei steht nicht die Anwendung klassischer denkmalpflegerischer Ansätze im Vordergrund, sondern die aktive Entfaltung des räumlichen Potenzials heterogener Bestandsstrukturen. Das Raumprogramm fokussiert auf einer öffentlichen oder halböffentlichen Nutzung, welche von weiteren Nutzungen ergänzt wird. Dabei interessiert uns die differenzierte Beziehung zwischen privatem, gemeinschaftlichem und öffentlichem Raum, sowie neue Typologien, welche in Wechselwirkung mit den bestehenden Gebäuden zum räumlichen Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen werden.
Analyse von Ilanz durch: Samuel N. Wiermer + Dave Christen + Mika Kleiner + Simona Krsmanovic + Lucca A. Lauterbach + Samuel Melgarejo + Alena Rava
Analysedokument erstellt durch: Samuel N. Wiermer