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Vergleich “Überhohe Räume”
Publikation
Überhohe Räume faszinieren durch Grosszügigkeit und Weite, stellen die Architektur und Innenarchitektur jedoch vor komplexe Herausforderungen. In der Forschungs- und Semesterarbeit «Überhohe Räume» (FH Graubünden, Bau- und Kulturgeschichte 2) untersuchen Thomas Köhl, Lucca Anita Lauterbach und Samuel Wiermer das vielschichtige Zusammenspiel von Massstäben, Proportionen, Licht, Farbe, Akustik und Nutzbarkeit in zweigeschossigen Wohnräumen.
Anhand einer vergleichenden Analyse des Wohnhauses Neufrankengasse in Zürich (EM2N) und der Wohnsiedlung Kuppe im Quartier Trift in Horgen (Esch Sintzel Architekten) sowie durch gezielte Untersuchungen an eigenen 3D-Modellen werden die Raumqualitäten und ihre psychologische Wirkung systematisch analysiert:
Proportion & Fenstergliederung: Große Raumhöhen erzeugen im menschlichen Blickfeld ein befreiendes «Tastbild». Eine durchdachte Fenstergliederung (z. B. durch Oberlichter oder horizontale Unterteilungen) ist essenziell, um die Höhe des Raumes greifbar zu machen und das Raumgefühl auszubalancieren.
Licht, Farbe & Materialität: Grosse Fensterflächen sichern den tiefen Lichteinfall und fördern das Wohlbefinden. Warme Farbtöne und Naturmaterialien wie Holz mindern Hall-Effekte und verleihen dem Raum Geborgenheit, ohne seine erhabene Wirkung zu verlieren.
Möblierung & Akustik: Hohe Lufträume neigen zu Nachhall und können steril wirken. Die gezielte Kombination aus abgestuftem Mobiliar, großformatigen Kunstwerken, Textilien und Pflanzen bricht Schallwellen, füllt das Raumvolumen harmonisch und schafft behagliche Aufenthaltsbereiche.
Ein überhoher Raum ist weit mehr als nur zusätzlicher Luftraum. Sein Gelingen basiert auf einem fein abgestimmten Gesamtkonzept, das funktionale Flexibilität mit architektonischer Ästhetik und individuellem Wohnkomfort verbindet.
Texte: Samuel N. Wiermer + Lucca A. Lauterbach + Thomas Köhl
Gestaltung: Samuel N. Wiermer